Gebrochen fürs Funktionieren: Was Schule mit meinem/unserem Selbstwert gemacht hat
Shownotes
„Gebrochen fürs Funktionieren: Was Schule mit unserem Selbstwert gemacht hat“
In dieser Folge spreche ich über ein Thema, das mich wütend macht – und gleichzeitig unglaublich berührt: was Schule in vielen von uns hinterlassen hat. Früher waren es körperliche Strafen. Heute sind es oft psychische Formen von Druck: Pausenverbote, Nachdenkzettel, Bloßstellen, subtiler Ausschluss. Dinge, die sich „pädagogisch“ anfühlen sollen – aber beim Kind häufig ankommen als: „Mit mir stimmt etwas nicht.“
Ich teile auch meine eigenen Erfahrungen: Ausgrenzung, Mobbing, das Etikett „zu ruhig / Tagträumerin“ – und dieses alte Programm, das so viele von uns bis heute begleitet: „Nur wenn ich angepasst bin, bin ich liebenswert.“
Gleichzeitig ist mir wichtig: Das ist kein Lehrer-Bashing. Viele Lehrkräfte sind überfordert – voller Klassen, hoher Druck, wenig Ressourcen, immer mehr neurodivergente Kinder (z. B. ADHS, Autismus, Hochsensibilität, Hochbegabung, LRS). Überforderung erklärt Verhalten – entschuldigt es aber nicht. Entscheidend ist nicht, dass Fehler passieren, sondern wie Erwachsene damit umgehen: mit Würde und Beziehung – oder mit Beschämung und Macht.
Und weil diese Folge nicht nur aufrütteln, sondern stärken soll, bekommst du konkrete Techniken, wie du dich selbst (und dein Kind) heute schützen und aufbauen kannst.
In dieser Folge erfährst du:
warum Pausenverbot und „Strafen“ Kinder oft nicht lehren, sondern beschämen
was Ausgrenzung mit Selbstwert und Zugehörigkeit macht – bis ins Erwachsenenleben
warum Autorität nicht automatisch recht hat (und warum Kinder das wissen dürfen)
weshalb Kinder stark werden, wenn mindestens eine Person unerschütterlich an sie glaubt
wie du Gefühle begleitest, ohne sie abzuwerten: „Kein Wunder, dass dich das wütend macht.“
wie du Verhalten und Wert trennst: „Dein Verhalten war schwierig – du bist trotzdem völlig okay.“
warum Zeugnisse nicht die Wahrheit über ein Kind sind, sondern ein System-Format
und was du tun kannst, wenn dich deine eigenen Schulerfahrungen heute noch triggern
Tools & Sätze, die du direkt mitnehmen kannst
1) Der Autorität-Check (für Eltern & Kinder): War es sicher? War es fair? War es hilfreich? Wenn nicht: Autorität war nicht automatisch im Recht.
2) Co-Regulation statt Korrektur: Erst Verbindung, dann Lösung: Nähe – Gefühl benennen – Verständnis – dann Handlung.
3) Schutzsatz-Ritual nach Schultagen: „Ich liebe dich immer – auch an Tagen, die schwierig waren.“ „Wir sind ein Team. Wir finden einen Weg.“
4) Stärken-Anker: „Worin bist du gut – egal, ob andere es gerade sehen?“ Das Kind lernt: „Ich kann etwas. Ich bin okay.“
Mini-Übung: Die Innere-Stärke-Minute (für Kinder & Erwachsene)
Hand aufs Herz, 3 ruhige Atemzüge – dann 3 Sätze:
„Ich darf anders sein.“
„Ich bin okay, auch wenn andere es nicht sehen.“
„Ich kann etwas. Ich finde meinen Weg.“
Für Erwachsene (wenn das innere Kind anspringt): „Das ist alt. Ich bin heute sicher. Du bist nicht mehr allein.“
Wenn du magst: Reflexion für dich
Welche Sätze aus deiner Schulzeit hörst du heute noch in deinem Kopf?
Wo passt du dich an, um dazuzugehören?
Was hätte dein inneres Kind damals gebraucht – und wie kannst du ihm das heute geben?
Call-to-Action
Wenn dich diese Folge berührt hat: Teile sie mit Menschen, von denen du weißt, dass sie Ähnliches erlebt haben – oder mit allen, die finden, dass wir darüber endlich sprechen müssen.
Time to shine
Deine Anika
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